Die letzten drei Jahre der gymnasialen Schulzeit bilden die Oberstufe. Die 10. Klasse übernimmt eine Brückenfunktion: Sie gehört organisatorisch zur Mittelstufe, bereitet aber inhaltlich auf die Studienstufe vor. Diese umfasst zwei Jahre, die in vier Semester unterteilt sind. Die erbrachten Leistungen sind Bestandteil der Gesamtqualifikation des Abiturs.
In der Studienstufe werden die Klassenverbände weitgehend aufgelöst. Die Schülerinnen und Schüler setzen individuelle Schwerpunkte und wählen neben den Pflichtfächern Deutsch, Mathematik und einer weitergeführten Fremdsprache ein Profil, also eine bestimmte Fächerkombination mit teilweise fächerübergreifendem Unterricht. Etwa ein Drittel der Unterrichtszeit verbringen sie gemeinsam im Profil, die übrigen Fächer finden in unterschiedlich zusammengesetzten Lerngruppen statt. Alle Schülerinnen und Schüler erhalten einen individuellen Stundenplan.
Am HEINE werden fünf Profile angeboten: sprachlich-gesellschaftswissenschaftlich, naturwissenschaftlich, historisch-kulturell, gesellschaftlich-naturwissenschaftlich und sportlich. Das Seminar ist dabei in eines der Profilfächer integriert.
Jedes Profil wird von einer Tutorin oder einem Tutor betreut, die als zentrale Ansprechpersonen fungieren und eines der Profilfächer unterrichten. Sie unterstützen bei schulischen Fragen und der Berufsorientierung, ergänzt durch entsprechende Koordinatorinnen und Koordinatoren. Studienreisen im dritten Semester ergänzen die unterrichtliche Arbeit in den Profilen und unterstützen die Gemeinschaft in den Profilgruppen.
Neben den Kernfächern und den Profilfächern sowie den Wahlpflichtfächern gibt es bei uns ein reichhaltiges Angebot an Fächern im Wahlbereich, darunter die zweiten Fremdsprachen wie Spanisch, Französisch und Latein, die bis zum Abitur weitergeführt werden können. Bilinguale Kurse, wie Geography und History ergänzen das sprachliche Angebot und ermöglichen es, das bilinguale Zertifikat mit dem Abiturzeugnis zu erlangen, wenn entsprechende Kurse in der Mittel- und Studienstufe belegt wurden. Auch Fächer wie Psychologie, Pädagogik und Wirtschaft/Schülerfirma können als Wahlfächer gewählt werden.
In der Studienstufe wird ein höheres Maß an Selbstständigkeit erwartet, etwa bei der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts und bei Präsentationen. Das Kompetenzheft für die Oberstufe wird bereits in Klasse 10 eingeführt. Es ist eine gute Hilfe für die Arbeitsweisen in der Studienstufe.
Die Berufsorientierung (Link zu Berufsorientierung) ist ein zentraler Bestandteil der Oberstufe, u. a. durch ein Zielfindungsseminar in Klasse 10 und eine Berufsinformationswoche im ersten Semester. Weitere Unterrichtseinheiten zur Berufsorientierung werden im Seminarunterricht behandelt.
Vor Beginn der Studienstufe werden Schülerinnen und Schüler sowie Eltern umfassend über Profile, Kurswahl und Abituranforderungen informiert. Zusätzlich erhalten sie eine offizielle Informationsbroschüre der Schulbehörde (s. unten).
Vereinbaren Sie gerne einen Beratungstermin mit mir.
In der folgenden Übersicht wird deutlich, welche Wahlmöglichkeiten sich bei uns ergeben. Unten gibt es weitere Informationen zu den einzelnen Profilen.
Als Kernfachsprachen stehen die weitergeführten Fremdsprachen Englisch, Spanisch, Französisch und Latein zur Wahl. Blau unterlegt sind die Profilfächer, von denen ein bis zwei profilgebend sind und auf erhöhtem Niveau unterrichtet werden. Dazu kommen die Begleitfächer auf grundlegendem Niveau. Die Zahl in Klammer hinter den Fächern informiert über die Wochenstundenzahl. In manchen Fächern kommt eine Seminarstunden hinzu („+1“). Je nach Wahl des Profils ergibt sich dann eine Auswahl von Fächern im Wahlpflichtbereich und im Wahlbereich.
Das erste Profil „Sprache und Gesellschaft“ richtet sich an diejenigen, die an Gesellschaft und Politik interessiert sind und ihre Englischkenntnisse anwenden und vertiefen möchten. Es beinhaltet die profilgebenden Fächer Politik/Gesellschaft/Wirtschaft (PGW) und Englisch, die beide auf erhöhtem Anforderungsniveau unterrichtet werden. PGW ist als profilgebendes Fach das Prüfungsfach im Abitur. Das Begleitfach auf grundlegendem Anforderungsniveau in diesem Profil ist Religion. Das Seminar ist in die Fächer PGW und Religion integriert, so dass diesen Fächern jeweils eine Stunde pro Woche hinzugefügt wird. PGW wird damit fünfstündig, Englisch vierstündig und Religion dreistündig unterrichtet.
Das Verständnis eines dialogischen Miteinanders und eines nachhaltigen Wirtschaftens steht in diesem Profil im Vordergrund, als Voraussetzung für ein friedliches, demokratisches Zusammenleben in Europa und der Welt. In einer globalisierten Welt wird es immer wichtiger religiöse, soziale, kulturelle und politische Zusammenhänge zu verstehen. Die Analyse politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Prozesse legt die Grundlagen für ein fundiertes Urteil und eine eigene Meinungsbildung, aber auch für Toleranz gegenüber differierenden Positionen. In Politik, Wirtschaft und Gesellschaft treffen wir immer wieder auf Fragestellungen und Konfliktsituationen, die sich nicht einfach lösen lassen. Im Spannungsfeld zwischen den äußeren Rahmenbedingungen, den eigenen Erfahrungen und Lebensentwürfen werden Handlungsspielräume reflektiert und politische Teilhabe diskutiert.
Im Rahmen von „politik live“ wird über die Bürgerschaftsabgeordneten der Wahlkreise z. B. eine Rathausführung, eine Gesprächsrunde mit einem Abgeordneten und die Teilnahme an einer Plenarsitzung vereinbart.
Mit dem zweiten Profil „Mensch und Umwelt“, das Chemie oder Physik als profilgebendes Fach mit dem Begleitfach Geographie verbindet, soll das Interesse für die Naturwissenschaften gefördert werden. Chemie bzw. Physik wird auf erhöhtem Anforderungsniveau unterrichtet. Das Seminar ist in die Fächer Chemie bzw. Physik und Geographie integriert, so dass der Chemieunterricht bzw. Physikunterricht fünf Wochenstunden umfasst. Geographie wird im Profil ebenfalls mit fünf Wochenstunden, aber auf grundlegendem Niveau unterrichtet.
Naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Forschungen verändern die globalisierte Welt, unsere Sicht auf Naturzusammenhänge und unsere eigene Lebenswelt. Unser Wissen zu nutzen, um verantwortungsvoll mit unserem Körper und den natürlichen Ressourcen unserer Erde umzugehen und nachhaltig zu handeln sind wichtige Ziele der nächsten Jahre. In der Chemie beschäftigen wir uns mit den Molekülen des Lebens, den natürlichen Makromolekülen unseres Körpers, aber auch mit synthetisch hergestellten Makromolekülen, ohne die wir uns unserem Alltag nicht mehr vorstellen können. Die stoffliche Ebene wird auf Teilchenebene mit Modellen erklärt, sodass alltägliche Phänomene verständlich werden. Lösungsansätze für globale Herausforderungen werden nicht nur in der Chemie, sondern auch in der Geographie entwickelt. Hier geht es darum, Gegensätze und Konflikte, die sich aus unterschiedlichen Raumansprüchen entwickeln, zu identifizieren und zu beurteilen, um Lösungsansätze zu diskutieren. Die Physik beschreibt Naturphänomene und liefert Erklärungen und Gesetzmäßigkeiten für diese. Dabei spielen der Aufbau und die Eigenschaften der Materie eine große Rolle. Themenfelder sind z. B. elektrische und magnetische Felder oder Schwingungen und Wellen, Quantenphysik und Materie sowie Gravitation. Anhand von abstrahierendem Beschreiben von Vorgängen in der Natur und Technik, Modellierungen und mathematischen Modellen können Vorhersagen getroffen und komplexe Probleme gelöst werden. Naturwissenschaftliches Arbeiten beinhaltet spezifische Denk- und Arbeitsweisen, wie das Gewinnen, Analysieren und Auswerten von Daten, Aufstellen und Überprüfen von Hypothesen und das experimentelle Arbeiten. Der Geographieunterricht fördert v.a. multiperspektivisches, systemisches und problemlösendes Denken.
Tudapetrol Mineralölerzeugnisse Nils Hansen KG
An ein bis zwei Schultagen erhalten die Schüler durch eine umfassende Betriebsbesichtigung und anschließende Diskussionsrunde einen Einblick in die Betriebsstruktur, die wirtschaftlichen Zusammenhänge und die chemischen Abläufe. Bei Bedarf besteht auch die Möglichkeit für einzelne Schüler weitere Praktikumstage zu absolvieren.
Wer seine Schwerpunkte in den Bereich „Kultur und Geschichte“ legen möchte, ist bei uns im dritten Profil gut aufgehoben. Deutsch und Geschichte bilden die profilgebenden Fächer, werden mit erhöhtem Anforderungsniveau unterrichtet und setzen die inhaltlich-thematischen Schwerpunkte in diesem Profil. Geschichte ist als profilgebendes Fach das Prüfungsfach im Abitur. Das Begleitfach auf grundlegendem Niveau in diesem Profil ist Bildende Kunst. Da das Seminar in die Fächer Deutsch und Geschichte integriert wird, umfassen diese Fächer fünf und Bildende Kunst vier Wochenstunden. In dem Begleitfach werden praktische Anteile, aber auch theoretische Betrachtungen eingebunden.
Kommunikation wird in modernen Gesellschaften durch Texte und Bilder vermittelt. Die Interpretation von Sachtexten, literarischen Texten, Bildern und visualisierten Informationen ist eine Voraussetzung für die Teilnahme an diesen Prozessen. Wir wollen in diesem Profil kulturelle und historische Phänomene reflektieren und begründet beurteilen, da diese nicht einfach ein Abbild der Wirklichkeit darstellen, sondern Deutungen erfordern. Zugleich führt das Profil in die Pluralität von Sichtweisen ein, seien sie historisch oder aktuell, gesellschaftlich oder subjektiv bedingt. Neben der Befähigung zu diesem Perspektivwechsel wollen wir zur Identitätsbildung anregen, indem wir einerseits die eigenen (deutschen und europäischen) Traditionen (und Diskontinuitäten) von politischen Ordnungssystemen, Ideologien und kulturellen Ausdrucksformen thematisieren, andererseits auch über den europäischen Kulturkreis hinausblicken und damit die Besonderheiten des Eigenen und des Fremden erkennen und diskutieren. In eigenen künstlerischen Produktionen werden Fähigkeiten zu kreativen Leistungen und dem eigenen Ausdrucksvermögen geschult.
Staatsarchiv Hamburg
Die Schülerinnen und Schüler nehmen an Workshops teil, erhalten eine Führung durch das Archiv und bekommen die Möglichkeit, zu verschiedenen Themen mit Originaldokumenten zu arbeiten und zu recherchieren.
In unserem vierten Profil „Bewegung und Leben“ bilden Sport und Biologie die profilgebenden Fächer, die auf erhöhtem Niveau unterrichtet werden. Dieses Profil spricht diejenigen an, die Freude an körperlicher Bewegung und sportlichen Leistungen haben, sich aber auch gerne mit naturwissenschaftlichen Gedanken und Fragestellungen auseinandersetzen. In diesem Profil kann Sport oder Biologie als Prüfungsfach im Abitur gewählt werden. Das Seminar wird in die Fächer Sport und Biologie integriert. Der Biologieunterricht sowie der Sportunterricht (mit Theorie und Praxis) umfassen damit jeweils fünf Wochenstunden.
In diesem Profil werden unterschiedliche Bewegungsformen und Ausdauer in der Sportpraxis eingeübt und mit theoretischen Betrachtungen sowie biologischen Erkenntnissen verknüpft. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit unserem Körper gewinnt in unserer hochtechnisierten Welt eine besondere Bedeutung. Freude und Interesse an Bewegungen und Kenntnisse über Stoffwechselprozesse und exogene Einflüsse auf unseren Körper sind die Voraussetzungen für eine gesunde Lebensführung. Einblicke in die Bewegungsfelder „Laufen, Springen, Werfen- Leichtathletik“, „Gleiten, Fahren, Rollen“, „Bewegen an und mit Geräten“, „Bewegungs- und Sportspiele“ (Fußball, Volleyball, Basketball, Tischtennis, Badminton) und „Rhythmisches und tänzerisches Gestalten und Inszenieren von Bewegung“ ermöglichen es, individuell eine oder mehrere Sportarten zu finden, um den Körper lebenslang fit zu halten. Neben der Verbesserung der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit spielen im Sport auch gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Aspekte eine Rolle, die reflektiert und beurteilt werden sollen. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit unserem Körper und unserer Umwelt setzt Einblicke in biologische Zusammenhänge voraus, wirft aber auch Fragen an den Breiten- und Leistungssport auf.
Das Thema Nachhaltigkeit ist ein zentraler Schwerpunkt in unserem fünften Profil „Globales Lernen und Nachhaltigkeit“. Geographie und Biologie bilden hier die profilgebenden Fächer, die auf erhöhtem Niveau unterrichtet werden und auch die Seminarstunden integrieren. Als Prüfungsfach im Abitur stehen Biologie und Geographie zur Wahl. Biologie und Geographie werden jeweils mit fünf Wochenstunden unterrichtet.
Der Mensch zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, die ihn umgebenden Systeme der Natur und der Gesellschaften zu verstehen und zu gestalten; heute erkennen wir auch die damit verbundenen Probleme und versuchen sie zu lösen. Fragen des Zusammenlebens von Menschen in Gesellschaften und in der globalen Welt – der Stadt und dem Erdkreis – sind gekoppelt mit einem Verständnis der ökologischen Grundlagen und ihrer biologischen Zusammenhänge. Ursachen von Umweltveränderungen und den Wandel des Klimas zu verstehen sind eine Voraussetzung für Konzepte zum Umwelt- und Klimaschutz sowie zur nachhaltigen Entwicklung in der Weltgesellschaft. Die Verschiedenheit von Menschen und ihren Lebensbedingungen sind nicht nur politisch zu betrachten, sie finden ihre Voraussetzungen auch in Genen, unserer Sozialisation und geographischen Bedingungen. Im Kontext von Geographie und Biologie beschäftigen uns hier Zukunftsfragen.